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Galerie Klaus Gerrit Friese

Gesprächsreihe „Über Kunst“ – 22. Termin in der Galerie Klaus Gerrit Friese am Dienstag, den 24. September 2013, mit den Kunstvermittlern Iris Dressler und Hans D. Christ.

Viel wird über die Bedeutung von Kunst in der Gesellschaft diskutiert. Unter dem Titel „Über Kunst“ konzipieren wir in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Nachrichten eine eigene Veranstaltungsreihe.

Kunst ist Alltagspolitik

Der Antritt

Im April 2004 wurde bekannt, dass Iris Dressler und Hans D. Christ, bis dahin in Dortmund aktiv, als Direktorenduo den Württembergischen Kunstverein lenken würden. Aus Sicht unserer Zeitung war dies ein Versprechen – und eine Herausforderung zugleich. Die Ausgangslage zwischen dem „(richtigerweise) museal orientierten Programm“ im vor der Eröffnung stehenden Kunstmuseumsneubau am Schlossplatz und der ungewissen Sanierung der Staatsgalerie, „eröffnen“, so war seinerzeit zu lesen, „dem Württembergischen Kunstverein die verpflichtende Freiheit, die unbespielten Felder nicht nur zu benennen.“

Und: „Wer, wenn nicht der Württembergische Kunstverein, kann Anstöße für widerstreitende künstlerische, kunst- wie gesellschaftspolitische Diskussionen geben; wer, wenn nicht der zentral gelegene Kunstverein, könnte Motor jenes Kulturquartiers sein, das als eine der primären Zukunftschancen für die Identität wie die Positionierung Stuttgarts verstanden werden muss? Und woher, wenn nicht aus dem Kunstgebäude, sollen jene Impulse kommen, die allzu lange vernachlässigten Brücken zu den zentralen Foren der aktuellen Kunst wieder nutzbar zumachen?“

Hohe Erwartungen also – an die Handelnden wie auch an den Ort, das Kunstgebäude Stuttgart als Bühne des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart.

Stationen

„Wir müssen den Mitgliedern das Gefühl geben, dass wir sie mitnehmen wollen auf unsere Reise“, sagt Iris Dressler im Januar 2005. Und Hans D. Christ ergänzt seinerzeit „fast schon mit dem Unterton kommunalpolitischer und landespolitischer Kärrnerarbeit“, wie unsere Zeitung notiert: „Natürlich ist die Qualität der Vermittlung ganz entscheidend.“ Iris Dressler und Hans D. Christ machen den Württembergischen Kunstverein Stuttgart zu einer Kommunikationsplattform. Und doch fehlt nicht die große Geste, die umfassende Themen- oder Einzelausstellung. Zu nennen sind unter den Einzelpräsentationen Ausstellungen zum Werk des Malers Mark Tansey, zum Schaffen der Installationskünstlerin Anna Oppermann, zum von Dressler/Christ für die internationale Kunstwelt entdeckten Werk des koreanischen Fotokünstlers Noh Suntag oder auch zum Werk von Antonio Muntadas und Stan Douglas.

Von Beginn an international vernetzt agieren Iris Dressler und Hans D. Christ bei ihren Themenausstellungen. Das Direktorenduo versteht Künstlerinnen und Künstler als Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen. Gibt es hier Differenzen zwischen demokratischen Gesellschaften und diktatorischen Systemen? Auch dies ist Thema von Ausstellungen wie „Postcapital“, „Subversive Praktiken – Kunst unter den Bedingungen politischer Repression“ oder auch „ReDesigning The East – Politisches Design in Asien und Europa“. Auch die neue Themenschau schließt hier nahtlos an: Von 5. Oktober an wagt „Der Ungeduld der Freiheit Gestalt zu geben“ eine umfassende Bestandsaufnahme aktueller künstlerischer Positionen.

Das Selbstverständnis

„Die Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Kontexten und Handlungsräumen der zeitgenössischen Kunst ist für uns von zentraler Bedeutung“, sagen Iris Dressler und Hans D. Christ. „Es geht um die widerständigen und subversiven Potenziale der Kunst, das heißt ihr Vermögen, die bestehenden Ordnungssysteme – seien diese ästhetischer, räumlicher, gesellschaftlicher oder politischer Art – immer wieder aufzubrechen und neu zu ordnen.“

Und: „Die kritische Befragung richtet sich dabei insbesondere auf Themenzusammenhänge wie Architektur und Stadtentwicklung, Gender und Postkolonialismus, Ökonomie und Demokratie.“

Offenheit im eigenen Haus ist unter diesen Vorzeichen vorgegeben – und im Württembergischen Kunstverein Stuttgart gelebtes Programm – über die intensive Beteiligung der Künstlermitglieder ebenso wie über die aktive Hilfe für Künstlerinitiativen. „Kunst“, sind Iris Dressler und Hans D. Christ überzeugt, „produziert im besten Fall keine Bedeutung, sondern stellt diese beständig infrage.“ Mehr noch aber: „Kunst bringt andere Formen der Wissensbildung beziehungsweise ein anderes Wissen hervor.“

Wir danken den Stuttgarter Nachrichten und ihrem Kulturchef Nikolai B. Forstbauer für den Text.

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